KMU und Gewerbe

Konsumhof

Werkstrasse 12

Nachdem das Zentrallager des Konsumvereins Winterthur auf dem Schöntal-Areal zu klein geworden war, liess der Konsumverein im Geiselweid von den Architekten Fritschi & Zangerl einen neuen Konsumhof mit Brennstofflagern und Magazinen für Obst und Gemüse bauen. Ende der 1960-Jahre gab der Konsumverein den Werkhof auf und verlegte Lager, Tanks und Magazine schrittweise von der Werkstrasse ins Grüzefeld. Das ehemalige Konsumhofareal übernahm die Maag Recycling AG.


Baujahr
1930

Aufgabe
1970er Jahre


Ein Teil des Brennstofflagers im 1930 fertiggestellten Konsumhof an der Werkstrasse 12.
Foto: Hans Ebner. Foto: winbib (Signatur 042281)

Von der Stadt in die Grüze

Im Jahr 1909 kaufte der Konsumverein Winterthur das Areal der ehemaligen Brauerei Schöntal an der Bankstrasse 10. Kurz darauf errichteten die Architekten Fritschi & Zangerl auf dem Schöntal-Areal eine Konsummolkerei.  Knapp zehn Jahre später stellte die Molkerei ihren Betrieb wieder ein. Nach der Schliessung im Jahr 1921 nutzte der Konsumverein die ehemaligen Molkereigebäude als Zentrallager. Da der Platz schnell knapp wurde und der Konsumverein neue Lager für Früchte, Kartoffeln und Gemüse benötigte, entschied er sich im Geiselweidquartier in der Nähe des Bahnhofs Grüze gleich neben der 1929 erstellten Fabrikanlage der Firma Geilinger AG ein 10 250 Quadratmeter grosses Stück Land mit Gleisanschluss zu kaufen. Das Ziel war der Bau eines neuen Werkhofs mit Brennmaterialiendepot und einem Magazin für Landesprodukte.

Abstimmung, Bauprojekt und Fertigstellung

Die Projektierung für den Bau des neuen Konsumhofs übernahm die Winterthurer Architekturfirma Fritschi & Zangerl. Sie legten das Raumprogramm in erster Linie auf Lagermöglichkeiten für Heiz- und Werkstoffe aller Art aus, wobei Holz und Kohle im Vordergrund standen. Neben verschiedenen Werkstätten, Garagen, einer Wohnung und Büros lag der zweite Schwerpunkt auf den Magazinen und Lagerkellern für Obst und Gemüse, Gartenutensilien und Dünger. 1929 unterbreitete der Konsumverein den Genossenschafter ein Kreditbegehren von 595 000 Franken. Diese hiessen das Projekt mit 549 Stimmen Ja und 59 Nein gut. 1930 war das Gebäude mit Gleisanschluss fertiggestellt. Die gesamten Anlagekosten beliefen sich auf 746 000 Franken. Noch im gleichen Jahr nahmen über 1000 Kinder und Jugendliche am Spiel- und Sporttag auf dem neu erstellten Areal am Genossenschaftstag teil. Kurz darauf erweiterte der Konsumverein das Areal und baute zwischen Thurgauerstrasse und der Werkstrasse eine Grossbäckerei.

Vom Geiselweidquartier ins Grüzefeld

Bereits 1945 sorgte der Konsumverein Winterthur vor und kaufte im Grüzefeld Land für eine spätere Vergrösserung seines Brennstoffgeschäfts. 1967 baute er im Grüzefeld Öltanks mit Camion-Abfüllstationen und eine neue Betriebszentrale mit Verteilzentrum, Lagerhallen und Einkaufszentrum an der Rudolf Dieselstrasse 25. In der Folge zügelte der Konsumverein den ganzen Betrieb bis auf die Abteilung feste Brennstoffe von der Werkstrasse ins Grüzefeld. Etwas später wurde auch diese aufgegeben und die Firma Maag Recycling AG zog auf dem Areal ein.

Maag übernimmt

Nachdem der Konsumverein das Areal als Geschäftsstandort aufgegeben hatte, zog anfangs der 1970er-Jahren das Recyclingunternehmen Maag aus dem Dättnau auf das 20'000 Qudratrameter grosse Konsumverein-Areal. Die Verwaltung und das Büro verlegte Maag ins ehemalige Büro des Konsumhofs. Die Lagerräume nutzte Maag für die Sortierung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen. Nachdem die Genossenschaft 1970 auch die Grossbäckerei an der Werkstrasse aufgegeben hatte, richtete Maag Recycling dort 2004 den Recy-Hof ein.  


Benutzte und weiterführende Literatur

Hinderling, Brigitte; Bänziger, Kathrin: Entsorgen als Erlebnis. In: Winterthurer Jahrbuch 2006. 
Neuer Verbrauchermarkt in Winterthur. In: Neue Zürcher Zeitung, 15. April 1983.
Ein neues Einkaufszentrum im Grüzefeld. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 4. November 1973.
Coop-Betriebszentrale Grüze-Park. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 30. Mai 1973.
Neue Coop-Betriebszentrale. In: Neue Zürcher Zeitung, 14. Mai 1973.
Coop-Do-it-yourself-Zentrum eröffnet. In: Winterthurer Arbeiterzeitung, 7. März 1973.
Konsumverein im Grüzefeld. In: Neue Zürcher Zeitung, 6. November 1972.
Hausräukete in der Coop-Betriebszentrale. In: Neue Zürcher Nachrichten, 2. Oktober 1972.
Die neue Winterthurer Hochtankanlage. In: Genossenschaft, 13. Dezember 1969.
Ein 22-Millionen-Coop-Lagerhaus in Winterthur. In: Neue Zürcher Zeitung, 25. Juli 1969.
Wipf, Robert: «100 Jahre Konsumverein Winterthur, 1868-1968». Jubiläumsschrift. Abb. W. 1969. 

Bibliografie


Autor/In:
Karin Briner
Letzte
Bearbeitung:
26.05.2026
Nutzungshinweise
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