Wohnhäuser

Haus zur Linde

Technikumstrasse 96 ehemals Eulachstrasse 40

1893 ersetzte der Winterthurer Architekt Walter Hoffmann die ehemalige Liegenschaft Eulachstrasse 40 durch einen repräsentativen Neubau. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Erdgeschoss des Sichtbacksteinhauses die Gastwirtschaft zum Orsini. Nach der Sanierung der denkmalgeschützten Liegenschaft wurde aus der Wirtschaft im Jahr 2025 die Brasserie Orsini.


Baujahr
1893


Adresse
Technikumstrasse 96
8400 Winterthur

Der Festumzug der Kantonalen zürcherischen Ausstellung für Landwirtschaft und Gartenbau führte 1924 am Restaurant Orsini an der Technikumstrasse 96 vorbei.
Foto: winbib (Signatur 150228)

Vom einfachen Haus mit Werkstatt zum repräsentativen Wohnhaus

Im 19. Jahrhundert wechselte die Liegenschaft an der Eulachstrasse 40 in der Winterthurer Altstadt mehrfach den Besitz. 1847 gehörte sie einem Lehrer. Etwas später verkaufte er sie an einen Konditor. 1858 erwarb ein Färber das Gebäude und erweiterte es um ein Waschhaus. 1861 übernahm ein Wagner das Haus mit Waschküche und ergänzte es um eine kleine Werkstatt. Ab 1877 gehörte die Liegenschaft dem Glasermeister Johannes Diener. 1893 plante er zusammen mit dem Architekten Walter Hoffmann (1844–1903) einen Neubau. Hoffmann entwarf für den Besitzer ein viergeschossiges Sichtbacksteinhaus mit einer repräsentativen, reich verzierten Fassade im Stil des Historismus. Die Backsteinfassade der oberen Geschosse kontrastierte er mit der Fassade des Erdgeschosses, die er mit Hausteinen verkleiden liess. In die Steinfassade liess er eine Türe und zwei Rundbogenfenster einbauen. Noch im selben Jahr verkaufte Johannes Diener, der als Bauherr auftrat, das repräsentative Wohnhaus mit Gewerberäumen im Erdgeschoss an den Bierbrauereibesitzer Leopold Haas aus Zürich. Dieser verkaufte es gut zwei Jahre später, 1895, an einen Fergger aus dem Thurgau. Noch im selben Jahr veräusserte dieser das Haus an einen Milchmann aus Andelfingen. 1901 erwarb der Bierbrauer Markus Rieble das Haus mit Hintergebäude.

Von der Wirtschaft zum Orsini zur Brasserie Orsini

1906 ging das Haus an den Tapezierer Karl Schwarzenbauer über, der sich bald darauf als Wirt tätig war. 1915 wird die Wirtschaft «zum Orsini» erstmals im Adressbuch der Stadt Winterthur erwähnt. Als Wirtin ist Fräulein H. Schwarzenbauer aufgeführt. 1922 wurde die Eulachstrasse im Zuge der Stadtvereinigung in Technikumstrasse umbenannt. Über die Jahrzehnte führten verschiedene Wirte das Orsini. Im Jahr 2000 übernahm Josef Manser das Restaurant. Für viele seiner Stammgäste war die «hundskommune Beiz» ihr zweites Wohnzimmer. 2007 stellte der Stadtrat die Liegenschaft unter Schutz. Im Auftrag des Besitzers sanierten Puls Baumanagement und Plangenau Architektur in den Jahren 2023 und 2024 das Gebäude in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Nach der Sanierung eröffnete 2025 in der denkmalgeschützten Liegenschaft die französische Brasserie Orsini.


Benutzte und weiterführende Literatur

Hirsekorn, Till: Das Orsini in Winterthur ist plötzlich «oh-là-là». In: Der Landbote, 10.02.2025
Hirsekorn, Till: Gastronomie in Winterthur: Büezerbeiz Orsini wird zur schicken Brasserie. In: Der Landbote, 14.06.2023
Hirsekorn, Till: Büezer-Beiz Orsini stand kurz vor dem Aus. In: Der Landbote, 16.05.2020
Schweizer, Fredy: Zum Tod von Josef Manser. In: Der Landbote, 14.11.2017
Klopfenstein, Nadine: Bangen um billiges Bier. In: Der Landbote, 04.02.2014
Spiegelei auf Brot oder: Bescheidenheit ist eine Zier. In: Der Landbote, 10.12.2011
Denkmalpflege der Stadt Winterthur: Schutzwürdige Bauten der Stadt Winterthur. Nachschlagewerk für Eigentümerinnen und Eigentümer, Planende und Kulturinteressierte. 2006
Häuserkartei der Stadt Winterthur
Adressbücher der Stadt Winterthur 
 

Bibliografie


Autor/In:
Karin Briner
Letzte
Bearbeitung:
22.09.2026
Nutzungshinweise
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