Wohnhäuser

Wohn- und Geschäftshaus Dändliker & Co.

Paulstrasse 5

Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus an der Paulstrasse 5 stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Winterthurer Architekten Jung und Bridler bauten es im Stil der englischen Backsteinvillen. Der Kaufmann Ernst Dändliker betrieb darin einen Handel mit Merceriewaren. Heute befindet sich das Gebäude zwischen zwei Neubauten. Es ist im Inventar der schutzwürdigen Bauten der Stadt Winterthur aufgeführt.


Baujahr
1898


Adresse
Haus Paulstrasse 5
8400 Winterthur

Werbepostkarte der Firma Dändliker & Co, Poststempel 1910. 
Foto: winbib (Signatur Raths_023-R)

Geschäftshaus im Stil einer englischen Backsteinvilla

Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus an der Paulstrasse 5 wurde 1898 von den Architekten Jung und Bridler gebaut. Auftraggeber war der Kaufmann Ernst Dändliker. Jung und Dändliker kannten sich aus der örtlichen Freimaurerloge Akazia, wo sie beide Mitglieder waren. Jung und Bridler entwarfen für Dändliker ein Zeilenhaus im Stil der englischen Baukunst. Diesen Stil verfolgte Jung zuvor bereits beim Bau seiner Backsteinvillen. Gegen Osten hin statteten sie das Wohn- und Geschäftshaus mit einem  trapezförmigen Erkeranbau aus. Der Mittelbau erhielt Balkone mit schmiedeeisernen Gerüsten, die mit Jugendstilornamenten verziert sind. Den Dachstock ergänzten sie mit Lukarnen. Gegen Westen hin bildet ein Treppenhausanbau mit einem grossen und einem kleineren  Rundbogenfenster den Abschluss des Hauses . Die beiden dreigeteilten Fenster liessen die Architekten mit aufwendigen Glasmalereien verzieren. Für die Fassade, die von grossen Fenstern dominiert wird, verwendeten sie orangen Sichtbackstein, den sie mit dunkelroten Zierbändern ergänzten.


Nachdem der Bau fertiggestellt war, betrieb Dändliker im Geschäftshaus an der Paulstrasse einen Grosshandel mit Mercerie- und Passementerieprodukten. Neben Wolle und Strickzubehör sowie Futter- und Seidenstoffen verkaufte er dort auch Korderln, Fransen und Quasten. Das Detailhandelsgeschäft betrieb er in der Innenstadt an der Marktgasse 23.  

2006 nahm die Stadt Winterthur das Geschäftshaus ins Inventar der schutzwürdigen Bauten auf.


Benutzte und weiterführende Literatur

Flury-Rova, Moritz. Backsteinvillen und Arbeiterhäuser. Der Winterthurer Architekt Ernst Jung, 1841-1912.  Jung. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur, Band 339, 2008. .
Schneller, Daniel; Denkmalpflege Winterthur: Schutzwürdige Bauten der Stadt Winterthur. Nachschlagewerk für Eigentümerinnen und Eigentümer, Planende und Kulturinteressierte. Winterthur, 2006.

Bibliografie

    Jung, Ernst Georg Constantin, 1841-1912, Architekt

    • Einträge ab 2011

      Widmer, Urs: Ernst Georg Jung. In: Dokumentation Urs Widmer, Personen A-Z 4 S.

      Einträge 1991–2010

      Ein Liberaler mit Herz, von Heinz Pantli, in: Die Schweiz unter Globalisierungsdruck. Hrsg. Walter Bührer. Jahrbuch "Die Schweiz": NHG; 2000. S. 91-97.
      Flury-Rova, Moritz: Backsteinvillen und Arbeiterhäuser : der Winterthurer Architekt Ernst Jung, 1841-1912. - Winterthur : Stadtbibliothek 2008. - 271 S. : Ill. (Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur ; Bd. 339(2008))


Autor/In:
Karin Briner
Letzte
Bearbeitung:
26.05.2026
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