Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus an der Paulstrasse 5 wurde 1898 von den Architekten Jung und Bridler gebaut. Auftraggeber war der Kaufmann Ernst Dändliker. Jung und Dändliker kannten sich aus der örtlichen Freimaurerloge Akazia, wo sie beide Mitglieder waren. Jung und Bridler entwarfen für Dändliker ein Zeilenhaus im Stil der englischen Baukunst. Diesen Stil verfolgte Jung zuvor bereits beim Bau seiner Backsteinvillen. Gegen Osten hin statteten sie das Wohn- und Geschäftshaus mit einem trapezförmigen Erkeranbau aus. Der Mittelbau erhielt Balkone mit schmiedeeisernen Gerüsten, die mit Jugendstilornamenten verziert sind. Den Dachstock ergänzten sie mit Lukarnen. Gegen Westen hin bildet ein Treppenhausanbau mit einem grossen und einem kleineren Rundbogenfenster den Abschluss des Hauses . Die beiden dreigeteilten Fenster liessen die Architekten mit aufwendigen Glasmalereien verzieren. Für die Fassade, die von grossen Fenstern dominiert wird, verwendeten sie orangen Sichtbackstein, den sie mit dunkelroten Zierbändern ergänzten.
Nachdem der Bau fertiggestellt war, betrieb Dändliker im Geschäftshaus an der Paulstrasse einen Grosshandel mit Mercerie- und Passementerieprodukten. Neben Wolle und Strickzubehör sowie Futter- und Seidenstoffen verkaufte er dort auch Korderln, Fransen und Quasten. Das Detailhandelsgeschäft betrieb er in der Innenstadt an der Marktgasse 23.
2006 nahm die Stadt Winterthur das Geschäftshaus ins Inventar der schutzwürdigen Bauten auf.