Anlässe, Brauchtum und Feste

Winti-Sola

Die Winti-Sola ist ein Stafettenlauf, bei dem Teams gemeinsam den rund 86 Kilometer langen Rundweg Winterthur bewältigen. Die erste offizielle Austragung fand am 24. September 2016 statt. Die Organisation übernimmt das Sportamt Winterthur gemeinsam mit dem Akademischen Sportverband (ASVZ) über den Verein Winti-Sola.


Gründungsdatum
2014


Von Schweden über Zürich nach Winterthur

Die Winti-Sola entstand nach dem Vorbild der Zürcher Sola-Stafette. Deren Ursprünge liegen in Schweden. Dort wurde von 1967 bis 1998 ein Staffettenlauf zwischen Göteborg und Karlstad durchgeführt. Die rund 253 Kilometer lange Strecke war in 25 Etappen unterteilt. 1972 nahm ein Zürcher Team unter der Leitung des Hochschulsportlehrers Walter Hiemeyer daran teil. Die Teilnehmenden waren von der Idee begeistert und brachten das Konzept an die Universität Zürich. Dort entwickelte sich die Sola-Stafette seit den 1970er-Jahren zu einem der grössten Hochschulsportanlässe. An die schwedischen Wurzeln erinnert heute noch der Name «Sola». Er geht auf die schwedische Gastwirtin Eva Lisa Holtz (1770–1828) zurück. Sie war als «Sonne von Karlstad» bekannt.

Als 2014 anlässlich des Jubiläums «750 Jahre Stadtrecht Winterthur» der Rundweg Winterthur eröffnet wurde, entstand die Idee, auch in Winterthur eine Sola-Stafette durchzuführen. Das Sportamt Winterthur und der Akademische Sportverband Zürich (ASVZ) übernahmen gemeinsam die Organisation. Zuerst musste die Strecke getestet werden. Deshalb fand im September 2015 ein Probelauf mit 22 Zwölferteams statt. Rund 150 Helfende standen dafür im Einsatz. 

Einmal rund um die Stadt

Am 24. September 2016 fiel der Startschuss zur ersten offiziellen Winti-Sola. 114 Teams mit insgesamt 1368 Teilnehmenden rannten um die Wette. Anders als beim Zürcher Vorbild stand der Anlass nicht nur Hochschulangehörigen, sondern allen Laufbegeisterten offen.

Die damals rund 83 Kilometer lange Strecke führte vom Teuchelweiher über den Sennhof und anschliessend entlang des Rundwegs im Gegenuhrzeigersinn um Winterthur. Die Strecke war in zwölf Etappen mit unterschiedlichen Längen und Steigungen unterteilt. Jedes Team bestand aus zwölf Personen, darunter mindestens zwei Frauen.

Eine Besonderheit waren die mehrfachen Neustarts unterwegs. Damit konnten grössere Strassen und Bahnlinien umgangen und die Abstände zwischen den Teams begrenzt werden. Auf den letzten Etappen sorgte ein sogenannter Jagdstart dafür, dass die schnellsten Teams entsprechend ihrem bisherigen Zeitrückstand starteten. So kam es beim Zieleinlauf zu spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen.

Vom Probelauf zum Breitensportanlass

Die Winti-Sola entwickelte sich rasch zu einem beliebten Laufanlass. Bereits 2017 meldeten sich 136 Teams an. 2019 waren es 172 Teams mit über 2000 Läufer. Nach der coronabedingten Absage 2020 wurde die fünfte Austragung 2021 nachgeholt.

Neben dem sportlichen Wettkampf stand von Anfang an das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Zahlreiche Winterthurer Sportvereine unterstützten den Anlass mit freiwilligen Helfenden. Die Übergabeorte waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Im Startgeld war ein Ticket des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) inbegriffen. Das Laufzentrum mit Festwirtschaft befand sich bei der Mehrzweckanlage Teuchelweiher.

Im Laufe der Jahre wurde das Angebot erweitert. 2023 kam die Mini Winti-Sola für Kinder und Familien hinzu. Seit 2024 können auch kleinere Teams mit zwei, vier oder fünf Personen auf ausgewählten Teilstrecken antreten. 


Benutzte und weiterführende Literatur

von Ballmoos, Gregory: Winti-Sola: Ein Jubiläumslauf rund um Winterthur, in: landbote.ch, 15.06.2021.
Gurtner, Christian: Bratwurst, Schweiss und Tränen, in: Der Landbote, 01.10.2018.
Schoeni, Tina: Die zweite Winti-Sola steht mit 136 Teams vor dem Start, in: zueriost.ch, 18.09.2017.
bä: Wie die Sola-Stafette ihren Namen erhielt, in: Der Landbote, 13.09.2016.
mig.: Über 1300 rennen den Rundweg, in: Der Landbote, 10.09.2016.
Groff, Larissa: Winti rennt um die Wette, in: Der Landbote, 30.04.2016.
maf: Probelauf über 80 Kilometer, in: Der Landbote, 26.09.2015.

Bibliografie


Autor/In:
Nadia Pettannice
Letzte
Bearbeitung:
13.10.2026
Nutzungshinweise
QR-Code generieren