Die Industriestadt Winterthur zog schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts ausländische Arbeitskräfte und Fachleute an. Bildeten Deutsche bis zum Ersten Weltkrieg die grösste migrantische Gruppe, führten nach dem Zweiten Weltkrieg bald Menschen aus Italien die Statistik an. Um die steigende Nachfrage in der Hochkonjunktur zu bedienen, begann Sulzer bereits 1946 damit, gezielt Arbeitskräfte in Italien anzuwerben. Die erste Gruppe von 22 Italienern, die in der Giesserei Sulzer arbeiteten, stammten aus Trento und wurden über die Migros – möglicherweise im Rahmen der sogenannte «Trentiner-Aktion» -rekrutiert. Bis 1967 stieg die Anzahl ausländischer Arbeitskräfte auf 4'600 Personen, wovon rund 2'000 aus Italien stammten (gefolgt von Personen aus Deutschland, Österreich, Spanien, Ungarn, England, Frankreich, Türkei, Griechenland und anderen Ländern – in Reihenfolge der Zahlenstärke).
Die Wohnbautätigkeit konnte mit dem raschen Wachstum der Bevölkerung nicht Schritt halten. Die Verantwortung für die Unterbringung der zugezogenen Arbeitskräfte wurde bei den Unternehmen gesehen. Dies hat Tradition in Winterthur. Schon im 19. Jahrhundert erstellten die grossen Firmen eigene Unterkünfte für ihre Arbeiter oder beteiligten sich an der Gesellschaft für Erstellung billiger Wohnbauten (GEbW). Die Firma Sulzer erstellte bis Ende 1962 rund 70 Einfamilienhäuser und 700 Wohnungen, die GEbW baute 1750 Wohnungen. Damit war die Firma Sulzer direkt oder indirekt am Bau von 25% aller neuen Wohnungen in Winterthur zwischen 1946 und 1962 beteiligt.