Mit der zunehmenden Motorisierung wurde das Zelten immer beliebter. Als der Camping Schützenweiher 1955 gebaut wurde, gab es in der Schweiz bereits über 400 offizielle Zeltplätze. In Winterthur campierten die Menschen in den frühen 1950er Jahren vor allem beim Schützenhaus, auf dem Reitplatz und an der Äusseren Zürcherstrasse. Die fehlenden sanitären Einrichtungen führten jedoch zu Problemen. Um das Wildcampieren einzudämmen, reichte die Sozialdemokratische Partei (SP) 1954 eine Motion ein, die die Schaffung eines offiziellen Campingplatzes forderte. Der Stadtrat plante daraufhin 1955 am Schützenweiher auf einem 40 Aren grossen Stück Land, das der Stadtgemeinde gehörte, einen Campingplatz mit dazugehöriger Infrastruktur zu erstellen. Dafür ersuchte der Stadtrat den Gemeinderat um einen Kredit von 13'500 Franken für erste provisorische Arbeiten, wie die Installation von Wasserleitungen.
Am 1. Mai wurde der neue Platz eröffnet und in der laufenden Saison von 1'700 Personen besucht. Kurz darauf stimmte der Grosse Gemeinderat dem stadträtlichen Kreditbegehren von 56'000 Franken für die Errichtung eines Gebäudes mit sanitären Einrichtungen zu. Im Februar 1956 konnte die Stadt den Zweckbau mit Aborten, Waschanlage, Duschen und einem Aufenthaltsraum erstellen. Der Zelt-Club übernahm im Anschluss die Verwaltung und den Betrieb des Platzes. Das Gesundheitsamt setzte die Höhe der Gebühren und die an die Stadt zu entrichtenden Abgaben fest.