Sport- und Freizeitanlagen

Halle 710

Barbara-Reinhart-Strasse 27

Die Halle 710 ist eine ehemalige Lagerhalle der Sulzer AG in Neuhegi. Seit 2012 dient sie als Quartiertreffpunkt, Veranstaltungsort und Kulturraum am Eulachpark. Die Stadt Winterthur erwarb die Halle 2007 als strategische Landreserve und entwickelte sie schrittweise zu einem öffentlichen Begegnungsort für das wachsende Quartier.


Adresse
Halle 710
Barbara-Reinhart-Strasse 27
8404 Winterthur

Eulachpark, Sulzer Halle 710, im Winter mit Schnee, 2011.
Foto: winbib, Marc Dahinden (Signatur FotDig_Lb_004-946)

Industriehalle am Eulachpark

Die Halle 710 entstand als Teil des Industrieareals von Sulzer in Oberwinterthur. In der langgestreckten Halle wurden einst Gussformen für die Sulzer-Giesserei gelagert. Das Gebäude liegt am Rand des heutigen Eulachparks und umfasst rund 3000 Quadratmeter Nutzfläche.

Mit der Umnutzung des ehemaligen Sulzer-Areals zu Neuhegi rückte die Halle zunehmend in den Fokus der Stadtentwicklung. Anfang der 2000er-Jahre wurden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Diskutiert wurden unter anderem ein Schulhaus für die Brückenangebote, eine Wohnüberbauung mit 57 Wohnungen oder soziokulturelle Einrichtungen für das Quartier. Schliesslich setzte sich die Idee einer multifunktionalen Quartierhalle durch.

Strategischer Landkauf

2007 entschied sich die Stadt Winterthur, ihr Vorkaufsrecht auszuüben und die Halle von Sulzer Immobilien zu erwerben. Stadtpräsident Ernst Wohlwend (SP) bezeichnete den Kauf als strategische Investition an zentraler Lage im entstehenden Stadtteil Neuhegi. Während private Investoren Wohnnutzungen planten, verfolgte die Stadt das Ziel, einen öffentlichen Treffpunkt für das Quartier zu schaffen.

Treffpunkt für Neuhegi

Zwischen 2010 und 2012 wurde die Halle mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln umgebaut. Dabei blieb ihr industrieller Charakter bewusst erhalten. Der grösste Teil des Gebäudes blieb unbeheizt und weitgehend im Rohzustand. Ergänzt wurde die ehemalige Lagerhalle durch einen Quartierraum, ein Restaurant sowie einen Stützpunkt der Stadtgärtnerei. Insgesamt investierte die Stadt rund zwei Millionen Franken in den Umbau.

Mit der Eröffnung im Jahr 2012 erhielt das rasch wachsende Neuhegi einen öffentlichen Begegnungsort. Die Halle wurde bewusst als flexibel nutzbarer Raum konzipiert, dessen Angebot sich mit den Bedürfnissen des Quartiers entwickeln sollte. Seither finden dort Märkte, Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Sportveranstaltungen, Vereinsanlässe und private Feiern statt. Der Spielkiosk Eulachpark für Kinder und Jugendliche nutzt Teile der Halle ebenso wie verschiedene Vereine und Kulturschaffende. Die Halle bietet Platz für bis zu 1000 Personen.

Weiterentwicklung

Die Nutzung der Halle wurde seit ihrer Eröffnung laufend weiterentwickelt. Workshops mit der Quartierbevölkerung brachten Ideen wie Werkstätten, Familienangebote, Sportnutzungen oder zusätzliche Kulturveranstaltungen hervor. Gleichzeitig zeigten sich auch Herausforderungen, etwa bei der Infrastruktur, der Beleuchtung oder den sanitären Anlagen.

2024 beschloss die Stadt die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle. Die Anlage produziert jährlich rund 354'000 Kilowattstunden Solarstrom und trägt damit zur Umsetzung der städtischen Klimaziele bei.


Benutzte und weiterführende Literatur

Naef Binz, Claudia: Jungkunst zieht um in die Halle 710 nach Neuhegi, in: Winterthurer Zeitung, 17.10.2024.
Baumgartner, Nadine: An Ideen für die Halle 710 fehlt es nicht, aber an Licht, in: Der Landbote, 28.09.2023.
Dworschak, Helmut: Halle 710 in Winterthur: Die Kènstlergruppe WInterthur erhält eine Galerie, in: Der Landbote, 27.09.2023.
Fonti, Mirjam: Die Halle 710 hat ein Toilettenproblem, in: Der Landbote, 27.08.2014.
Möckli, Thomas: Halle 710 bekommt endlich einen Beizer, in: Der Landbote, 13.04.2013.
Bächtold, Jakob: Halle startet, Restaurant wartet, in: Der Landbote, 18.06.2012.
Sager, Daniel: Neues Leben in alter Halle, in: Der Landbote, 09.05.2012.
Reich, Felix: Halle 710: Erneute Suche nach dem Wirt, in: Der Landbote, 12.07.2011.
Herter, David: Hegi turnt vier Jahre lang im Zelt, in: Der Landbote, 09.06.2011.
Eggli, Marisa: Dieser Häuserkauf ist nicht durchdacht und riskant, in: Der Landbote, 02.02.2011.
Reich, Felix: Parlament wagt das Experiment, in: Der Landbote, 25.01.2011.
flo. Eine kühle Quartier-Halle für Neuhegi, in: Der Landbote, 25.01.2011.
flo.: Halle 710 soll Neuhegi beleben, in: Der Landbote, 06.10.2010.
Gmür, Martin: Eine Halle für alles, samt Beiz und Boule, in: Der Landbote, 06.10.2010.
Baumann, Katharina: Land für Schule nicht freigespielt, in: Der Landbote, 03.07.2009.
MS: Gärtner Quartieren sich in Halle 710 ein, in: Der Landbote, 02.07.2009.
Reich, Felix: Eine INdustriehalle als Quartiertreffpunkt, in: Der Landbote,, 13.06.2009.
Fritsche, Peter: Für einmal stimmten alle grün, in: Der Landbote, 18.11.2008.
Eggli, Marisa: Stadtrat kauft Sulzer-Halle 710, in: Der Landbote, 30.06.2007.
Eggli, Marisa: Erste Ideen: Sulzer-Areal Oberwinterthur, in: Der Landbote, 27.04.2007.
thl.: Begehrte Sulzer-Halle 710, in: Der Landbote, 26.01.2007.

Bibliografie


Autor/In:
Nadia Pettannice
Letzte
Bearbeitung:
08.06.2026
Nutzungshinweise
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