Kunst und Kultur

Hans Ruedi Sieber

Maler, Lithograf (1926–2002)

Hans Ruedi Sieber, geboren 1926 in Winterthur, war Maler und einer der profiliertesten Aquarellisten der Region. Als Autodidakt entwickelte er eine eigenständige, zunehmend abstrahierte Bildsprache, insbesondere in der Aquarellmalerei. Neben seiner Tätigkeit als Reallehrer war er als freischaffender Künstler aktiv, Mitglied der Künstlergruppe Winterthur und mehrfach ausgezeichnet.


Sterbeort
Winterthur

Geburtsort
Winterthur

Geboren
12.11.1926

Gestorben
13.03.2002


Ausbildung und beruflicher Werdegang

Hans Ruedi Sieber wurde 1926 in Winterthur geboren. Nach einer Lehre als Laborant im chemischen Laboratorium der Gebrüder Sulzer AG Winterthur besuchte er von 1952 bis 1954 das Oberseminar Zürich. Ab 1955 arbeitete er als Lehrer an der Realschule Rorbas-Freienstein (ZH). Parallel zu seiner pädagogischen Tätigkeit verfolgte er kontinuierlich seine künstlerische Arbeit. Sieber war mit dem Winterthurer Künstler Alfred Kolb befreundet, was seinen Austausch mit der lokalen Kunstszene zusätzlich prägte.

Künstlerische Entwicklung

Bereits 1946 begann Sieber als Autodidakt zu malen. In den frühen Jahren entstanden Landschaftsbilder und Stillleben in Öl sowie vereinzelte Lithografien. Ab Mitte der 1950er-Jahre setzte eine zunehmende Abstraktion der Motive ein, besonders ausgeprägt in der Aquarellmalerei. Diese Technik beherrschte Sieber mit ausserordentlicher Sicherheit und Leichtigkeit.

1969 machte er sich als Künstler selbstständig. In den folgenden Jahren unternahm er zahlreiche Studienreisen, unter anderem nach Holland, Schweden, Frankreich, Dänemark, ins damalige Jugoslawien, nach Norddeutschland und nach Italien. Diese Aufenthalte erweiterten seinen motivischen Horizont und vertieften seine Auseinandersetzung mit Landschaft und Licht.

Werk und Stil

Siebers Aquarelle zeichnen sich durch wenige, präzise gesetzte Pinselstriche aus. Gebirgsketten, Hügelzüge, Seen und Flusslandschaften werden in verdichteter Form festgehalten. Die Dünnflüssigkeit des Farbauftrags verleiht den Werken Transparenz und eine ausgeprägte Lichtfülle. Diese Durchlässigkeit erzeugt eine poetische Wirkung, die der Flüchtigkeit des Augenblicks gerecht wird.

Auch seine Stillleben in Aquarelltechnik fanden grosse Resonanz. Obwohl sie Motiven wie Früchten, Geschirr oder Gläsern verpflichtet bleiben, lösen sich die Gegenstände weitgehend von der reinen Abbildung und werden zu farblichen Akzenten. In ihrer Konzentration und Reduktion erinnern diese Arbeiten an die Bildlogik japanischer Haiku. Sieber selbst begründete seine künstlerische Suche damit, dass die Welt der Gegenstände so viele gestalterische Rätsel bereithalte, dass deren bildnerische Durchdringung für ihn eine Notwendigkeit sei.

Anerkennung und Einbindung in die Kunstszene

Hans Ruedi Sieber erhielt Stipendien des Kantons Zürich, der Eidgenossenschaft sowie der Dr. Wachter-Stiftung Winterthur. 1995 wurde er mit dem Preis der Carl-Heinrich-Ernst-Kunststiftung ausgezeichnet. Seit 1975 war er Mitglied der Künstlergruppe Winterthur und damit fest in der Winterthurer Kunstszene verankert.


Benutzte und weiterführende Literatur

Kollbrunner, Melanie: Er machte aus der Not eine Tugend, in: Der Landbote, 24.03.2009.
Burgert, Franz: Hans Ruedi Sieber: Meisterlithografien, in: Entlebucher Anzeiger, 27.03.1992.
Z.: Ehrung von Hans Ruedi Sieber, in: Neue Zürcher Nachrichten, 21.01.1986.

Bibliografie

    Sieber, Hans Ruedi, 1926-2002, Lehrer, Kunstmaler

    • Einträge 1991–2010

      Winterthurer Woche 1997/21 m.Abb.
      Kunstsalon Wolfsberg: NZZ 2000/299 S. 42. - Winterthurer Jahrbuch 2003 1Abb.
      Ausstellung Galerie Fine Arts Collection Ltd: Tössthaler 2009/32 1Abb.


Autor/In:
Lucia Angela Cavegn
Letzte
Bearbeitung:
10.01.2026
Nutzungshinweise
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