1895 kaufte Jakob Ulrich Keller (1865–1942) im Dättnau eine kleine Handziegelei und zog mit seiner Familie dorthin. Anlass für den Kauf war ein Konflikt mit seinem Vater, der ihn zum Wegzug aus dem Stammhaus der Keller-Ziegeleien in Pfungen bewegte. Mit der neuen Ziegelei trat Jakob Ulrich Keller nun in direkte Konkurrenz zu den Unternehmungen seines Vaters.
Die Anfänge waren schwierig. Dem jungen Unternehmer fehlten die finanziellen Mittel für den Ausbau des Betriebs. Vom Vater war keine Unterstützung zu erwarten, und auch die Volksbank Winterthur verweigerte ihm eine Hypothek. Schliesslich stellten Verwandte und Freunde das notwendige Kapital zur Verfügung.
1896 erhielt Keller die Baubewilligung für eine moderne Dampfziegelei. Das 1898 fertiggestellte Hauptgebäude war 60 Meter lang und 22 Meter breit und verfügte über einen 42 Meter hohen Kamin. Die Ziegel wurden in einem sogenannten Zickzackofen gebrannt. Zur mechanischen Ausstattung gehörten eine Dampfmaschine, eine Lehmverarbeitungsmaschine und ein Ziegelpresswerk. Damit verfügte Jakob Ulrich Keller über die modernste Ziegelei innerhalb der Keller-Unternehmungen.
Die Anlage war auf eine Jahresproduktion von rund fünf Millionen Ziegelsteinen ausgelegt. Produziert wurden Doppelfalzziegel, Mauer- und Decksteine sowie verschiedene Bedachungsmaterialien. Den benötigten Lehm gewann die Ziegelei aus den nahegelegenen Lehmgruben beim Dättnauer Weiher. Wie viele Ziegeleien lag auch jener Betrieb ausserhalb des Stadtzentrums, da die Lehmgewinnung viel Platz beanspruchte und Rauch sowie Geruch als störend galten.