Kunst und Kultur

Werner Ignaz Jans

Bildhauer, Künstler, 1941–2022

Werner Ignaz Jans war Bildhauer und Künstler. Für die Kantone Zürich und Thurgau konnte er eine Reihe von Kunstwerken im öffentlichen Raum ausführen. In Winterthur ist er vor allem für seinen liegenden Holzmann «Holidi» bekannt, der seit 2015 auf dem Friedhof Rosenberg ruht. Kurz vor seinem Tod im Jahr 2022 wurde Jans der Kulturpreis der Stadt Winterthur verliehen.


Geburtsort
Winterthur

Geboren
14.02.1941

Gestorben
28.10.2022


Werner Ignaz Jans in seinem Atelier in den 1980er-Jahren.
Foto: winbib, Andreas Wolfensberger (Signatur FotDig_WolfA_0618)

Werdegang

Werner Ignaz Jans wurde am 14. Februar 1941 in Winterthur geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte er in der Nähe von Ulm; nach dem Kriegsende wuchs er in der Schweiz auf. 1958 besuchte er den Vorkurs an der Zürcher Kunstgewerbeschule und begann eine Grafikerlehre. 1961 entschied er sich jedoch für einen Wechsel an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er sich bis 1965 in der Klasse des Bildhauers Manfred Sieler ausbilden liess. Ab 1965 wae er als freischaffender Bildhauer tätig.  Von 1970 bis 1990 war er Dozent an der Schule für Gestaltung in Zürich. Ebenfalls trat er der Künstlergruppe Winterthur bei. Er arbeitete und lebte in Riet bei Neftenbach und im Piemont.  

In den 1970er-Jahren arbeitete der Bildhauer bevorzugt mit Stein und bediente sich einer abstrakten, organischen Formensprache. Ab den 1980er-Jahren benutzt er als Werkstoff überwiegend Holz. Daneben arbeitet er vereinzelt auch noch mit Stein und Bronze. Ein wichtiges Thema bei seinen ab den 1980er-Jahren entstandenen Holzskulpturen ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier oder Menschen in existenzieller Not. Seine Skulpturen besitzen oft farbliche Akzente.  Neben den Skulpturen fertigte er auch grossformatige Holzschnitte und Zeichnungen an. In den 1990er-Jahren griff der Künstler als Werkstoff auf alte piemontesische Weinfässer zurück, die er zerlegte und wiederverwertete.

Jans' Werke waren immer wieder Teil von Ausstellungen im In- und Ausland. 2005 widmete ihm das Kunstmuseum Winterthur eine Einzelausstellung, wo er auch seinen ersten Film präsentierte. Im Jahr 2022 wurde Werner Ignaz Jans für sein vielfältiges künstlerisches Wirken vom Winterthurer Stadtrat mit dem Kulturpreis der Stadt Winterthur geehrt. Die feierliche Übergabe des Kulturpreises erlebte der Künstler nicht mehr. Er verstarb am 28. Oktober an einem schweren Krebsleiden.

Werke im öffentlichen Raum in Winterthur

Werner Ignaz Jans wurde in den Kantonen Zürich und Thurgau mit der Ausführung von Arbeiten im öffentlichen Raum betraut. 1973 übernahm er gemeinsam mit Ernst Egli die Raumgestaltung der katholischen Kirche St. Josef in Töss. 1979 entwarf er Spielskulpturen für die Brühlgutstiftung. 1985 fertigte Werner Ignaz Jans im Auftrag der Lignum einen elf Meter langen, liegenden Holzmann aus Eichenholz an. Dieser wurde 1986 von der Stadt Winterthur übernommen. «Holidi» oder «Dä Holzmaa» befand sich über 30 Jahre lang im Graben und wurde 2015 auf den Friedhof Rosenberg transferiert. Gemeinsam mit Hans Bach schuf er 1988 Figurensäulen für das Schulhaus Ausserdorf und 1990 die Bronzeskulptur «Frau mit Fisch» für den Park bei der Firma Rieter in Töss. 1991 folgte die Holskulptur «Exodus» bei der Gewerbeschule.

Zwischen 2000 und 2002 kam eine Skulpturengruppe für die Überbauung Lindenallee in Seen hinzu. 2005 liess die Stadt Winterthur die Holzskulptur «Sitzende» im Stadthaus aufstellen. Mit dem Umzug der Stadtverwaltung im Jahr 2015 wurde auch dieses Kunstwerk in den Superblock transferiert. Für die reformierte Kirche in Seen gestaltete er die «Kinder von Noli».

Die Stadt Winterthur hat darüber hinaus eine grössere Anzahl von seinen Werken angekauft. Sie sind Teil der städtischen Kunstsammlung, darunter auch das «sitzende Schwein».


Benutzte und weiterführende Literatur

Dworschak, Helmut/Grimm, Fabienne: Seine Botschaft war das Mitgefühl. Nachruf, in: Der Landbote, 04.11.2022.
Städtische Medienmitteilung: Kulturpreis 2022 an Künstler Werner Ignaz Jans, 23.09.2022.
Sporn, Mara: 
Werner Ignaz Jans – Bildhauer, Konstanz, 2021.
Spiller, Gabriele: Hommage an Neftenbacher Künstler. Werner Ignaz Jans wird 80, in: Landbote, 13.02.2021.
Obrist, Marco: Jans, Werner Ignaz, in: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, 10.12.2020.

Bibliografie

    Jans, Werner Ignaz, 1941-2022, Bildhauer

    • Einträge ab 2011

      Russo, Giampaolo; Salon der Gegenwart (Hrsg.): Benedicht Fivian. In: Salon der Gegenwart. edition clandestin, 2021, S. 76-77, m. Abb.
      Kirchheim, Eva: Nachrufe. Werner Ignaz Jans. In: Winterthurer Jahrbuch 2023. S. 193-194. m.Abb.

      Einträge 1991–2010

      Ausstellungen: Helmhaus: Tages-Anzeiger 1992/284. - Landbote 1992/283 1Abb. - NZZ 1992/288 S.28.
      Atelier Alexander: Landbote 1997/81 1Abb.
      do.: Landbote 1999/96 von Kathleen Bühler, 1Abb.
      Menschen erfassen: Kunst+Stein 2004/1 von Markus Christen, m.Abb.
      Kunstmuseum: Landbote 2005/152 von Adrian Mebold, 1Abb., 158 von Adrian Mebold, m.Abb. - NZZ 2005/158 S. 54 von SuzanneKappeler, 1Abb.
      Skulptur im Stadthaus: Landbote 2005/226 1Abb.
      Atelier Alexander: Landbote 2007/14 von Christina Peege, 1Abb.
      Atelierbesuch: Landbote 2009/22 m.Abb.
      Zeitgenosse, Skulptur Brunnen Gemeindehausplatz Neftenbach: Landbote 2009/107 1Abb. Mitt.blatt Neftenbach 2009/6 m.Abb.
      In: Nachdenken über den Kunstbetrieb: Winterthurer Jahrbuch 2009 von Walter Büchi, Kathrin Bänziger und Andreas Wolfensberger, m.Abb.


Autor/In:
Nadia Pettannice
Letzte
Bearbeitung:
25.09.2023