Natur und Pärke

Wolfensberg

Hügel in Winterthur

Der Wolfensbergwald erstreckt sich von Winterthur-Veltheim im Osten nach Winterthur-Wülflingen im Westen und wird nördlich von der Autobahn A1 begrenzt.


Historisches

Der Wald auf dem Wolfensberg gehört grösstenteils zum Stadtwald. Wenige Parzellen gehören Privaten, der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof oder der Kirchgemeinde Wülflingen (Chileholz ganz im Westen)

Der Wolfensbergwald besteht wie der benachbarte Lindbergwald ursprünglich aus Waldmeister-Buchenwäldern. Richtung Westen, am Steilhang bei der Chöpfi findet man den einzigen Geissklee-Föhrenwald auf Stadtgebiet. Diese lichte, ökologisch sehr wertvolle und äusserst seltene Waldgesellschaft ist sehr selten. Sei wächst an warmen, exponierten, häufig rutschenden Standorten und wird von trocken- und wärmeliebenden Arten wie Waldföhren, Geissklee, Wacholder, Maulbeerbäumen oder Elsbeeren gebildet. Ein Teil des Waldstandortes an der Chöpfi und die Trockenwiese am Hang Richtung Strickhof stehen unter Naturschutz.

Am trockenen, warmen Südhang des Wolfensberg wird Wein angebaut. Die Rebhänge waren wohl einst von Veltheim nach Wülflingen zusammenhängend, heute sind noch drei Weinanbaugebiete erhalten: Gallispitz, Leuen und Schwarzhus.

Der Wolfensbergwald war im Mittelalter im Besitz des Dominikanerinnen Klosters Töss. Als das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben wurde, ging der Wolfensbergwald an den Kanton Zürich, der ihn im Jahr 1530 an die damals noch eigenständige Gemeine Veltheim verkaufte. Durch die Eingemeindung von Veltheim im Jahr 1922 kam der Wald in Stadtbesitz.

Steinbrüche

Der Veltemer Standstein, der am Wolfensberg in mindestens zwei bekannten Steinbrüchen abgebaut wurde, wurde im 19. Jahrhundert für viele Bauten auf Stadtgebiet als Baumaterial benutzt.

Schoellhorn-Villa

Hoch über Winterthur thront direkt am Rand des Wolfensbergwald eine historische Villa. Die Villa wurde 1937 durch Kurt Schoellhorn (1895–1966), einem Spross der Haldengut-Brau-Dynastie, auf dem 6000 Quadratmeter grossen Areal erbaut. Sie ist umgeben von einem Park mit Pool, der im Inventar der schutzwürdigen Gärten steht. Später war sie Familienwohnsitz von Hugo Erb (1918–2003), nach seinem Tod und dem Konkurs des Erb-Imperiums stand sie leer und verwilderte zunehmend. Am 20. Februar 2020 fand im Casino Winterthur die Versteigerung der ehemaligen Schoellhorn-Villa statt. Für 2,9 Millonen Franken wurde Robert Hofer, Bauunternehmer L+b, neuer Liegenschaften-Besitzer. Die Villa selbst wurde darauf renoviert und in Stand gesetzt.

Kurt Schoellhorn hat den Wolfensbergwald nicht nur als Erbauer der stadtbekannten Villa mitgestaltet, sondern auch als leidenschaftlicher Reiter und Spaziergänger. So findet man im Rotholz noch Spuren seiner Reitbahn, die er bis in die 1960er-Jahre nutzte und regelmässig mit Asche auffüllen liess. An der Hinteren Gemeindeholzstrasse entdeckte er einen zur Fällung markierten Baum, den er dank seiner Intervention beim damaligen Stadtforstmeister Kurt Madliger und Revierförster Max Kern retten konnte. Der Baum wuchs weiter und war als «Schoellhorn-Eiche» bei vielen Spaziergängergenerationen nach Kurt Schoellhorn stadtbekannt.


Benutzte und weiterführende Literatur

Wiesner, Michael: Waldzeit. Wälder in Winterthur, Elsau 2014.

Bibliografie


Autor/In:
Sabrina Schnurrenberger
Letzte
Bearbeitung:
09.12.2022